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Altenburg. Mehrsprachig präsentiert sich seit Kurzem die Internetseite des Präventionsprojektes Policat. Wie die Altenburger Initiatoren des Projektes zur Vorbeugung des sexuellen Missbrauchs von Kindern mitteilten, sind die Willkommensseiten der Homepage inzwischen auf Englisch, Russisch, Spanisch und Vietnamesisch abrufbar.
Insgesamt 26 Teams aus Altenburg, Weida, dem britischen Norwich sowie Barcelona hätten die Informationen übersetzt. Aus der Skatstadt waren Schüler des Lerchenberggymnasiums sowie des Friedrichgymnasiums an den Übersetzungen ins Englische und Russische beteiligt. “Die Schüler haben wirklich ganze Arbeit geleistet”, sagte Walburga Gründel, Mitarbeiterin von Policat aus Altenburg. “Wir sind sehr dankbar für die Zusammenarbeit mit den Gymnasien.”
Völlig unkompliziert hätten sich auf Anfrage die Englischlehrerin Isolde Mäder sowie die Schulleitung bereit erklärt, die Übersetzungen in den Sprachunterricht zu integrieren. So wurden die Übersetzungen für 17 Schüler des Lerchenberggymnasiums Teil des Englischkurses 12/2. Als außerschulisches Projekt und somit in ihrer Freizeit hätten jeweils zwei Schüler von beiden Gymnasien den Einführungstext ins Russische übersetzt. Angeleitet wurden sie dabei von ihrer Russischlehrerin Sabine Brückler. “Die Schüler waren mit sehr viel Engagement dabei”, lobte Walburga Gründel die fleißigen Helfer.
Nötig geworden waren die Übersetzungen, weil das Projekt auf seiner gefragten Homepage Besuche aus 26 Ländern verzeichnete, darunter auch aus Russland, Australien und Kenia. Allerdings seien die Besucher jeweils immer nur sehr kurz auf der Seite geblieben, da viele von ihnen kein deutsch verstehen würden. damit war die Idee geboren, einführende Informationen über das Projekt auch in anderen Sprachen anzubieten.
“Wir wollen jedoch weniger die Menschen weltweit erreichen”, so die Projekt-Initiatorin. “Unser wichtigstes Anliegen ist es, auch für Mitbürger mit Migrationshintergrund im deutschsprachigen Raum Informationen zum Thema Prävention anzubieten.”
Nun ist Walburga Gründel nach eigenen Angaben gespannt, wie sich die Besucherzahlen entwickeln: “Wir hoffen natürlich, dass die Menschen jetzt länger auf der Homepage bleiben und sich für unser Programm zur Stärkung des Selbstbewusstseins von Kindern interessieren.”
Im Rahmen des Projektes Policat üben Vorschulkinder sowie Kinder des Klassenstufen eins bis vier altersgerecht, wie sie sich vor Übergriffen schützen können. Wichtige Themen sind das Erkennen von gefährlichen Situationen und wie man mit ihnen umgeht.
Quelle: Osterländer Volkszeitung vom 04.12.2010
Missbrauchs-Vorbeuge-Projekt in Kita Bärenstark beendet
Altenburg. Eine grüne Plüschkatze in Polizeiuniform – die Policat – war vier Wochen lang Begleiter der Aktion „Nina und der Fremde“ (OVZ berichtete) in der Kindertagesstätte Bärenstark in Altenburg: Nun fand deren Abschlussveranstaltung zur Vorbeugung des sexuellen Missbrauchs von Kindern statt. Zwölf Sprösslinge zwischen vier und sechs Jahren konnten das Gelernte dem echten Polizeibeamten Steffen Gründel präsentieren – schließlich hatten sie in der Vorbereitungszeit gemeinsam Bilder angesehen, Lieder gesungen und Rollenspiele gespielt, um sich kindgerecht mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dabei lernten sie Situationen zu erkennen, die eine Bedrohung darstellen könnten und wie sie sich in solchen zu verhalten haben. Nun galt es zu zeigen, was sie aus dieser Zeit mitgenommen haben: „Lass mich in Ruh‘; fass mich nicht an“, erklang es daraufhin mehrmals lauthals aus kindlichem Mund. Polizist und Initiator des Projekts, Steffen Gründel, übte den Ernstfall mit den Mädchen und Jungen. „Das kann man auch, ohne Gewaltszenen nachzustellen.“ So forderte er eine ablehnende Reaktion, wenn er als Fremder ein Spielzeug verschenken will und probte das schnelle Wegrennen und eben das laute Schreien um Hilfe. Einrichtungsleiterin Haike Gibisch ist begeistert, wie positiv die Kinder auf die Aktion reagiert haben und macht deshalb Pläne. „Wir wollen das Projekt jetzt jedes Jahr miteinbeziehen.“
Insa van den Berg
Quelle: OVZ – 01.04.2010
Presseresonanz in der Klinikumszeitung Ausgabe 02/2010

 Weißer Ring im Altenburger Land mit einer Ausstellung in der Museumsschenke des Knopfmuseums in Schmölln
Zum Tag des Kriminalitätsopferrs erinnert der Weiße Ring an Geschehnisse, Betreuungserfahrungen und Schwachstellen. Eine Ausstellung im Knopfmuseum unterstreicht das Anliegen dun die Notwendigkeit zur Hilfe für Betroffene.
Zum Tag der Kriminalitätsopfer, der alljährlich am 22. März im Kalender steht, fand am Montag eine Veranstaltung im Schmöllner Knopfmuseum statt.
 Elke Hörügel, Vorsitzende des Weißen Ring im Altenburger Land
Elke Hörügel, die Außenstellenleiterin des Weißen Rings im Altenburger Land, hatte eingeladen. Gekommen waren erfreulich viele. Denn der Tag soll aufmerksam machen auf die vielen Kriminalitätsopfer. Gerade beim Weißen Ring trifft das Motto Tue Gutes und rede darüber nicht unbedingt zu. Die Mitarbeiter des Vereins sind sehr rührig, gerade hier im Altenburger Land, doch geredet wird über ihre Arbeit viel zu wenig. Es ist ein schwieriges Thema, denn manche Betroffene möchte nicht in die Öffentlichkeit treten. Und die Kinder und Jugendlichen, so sagte es Vizelandrätin Christine Gräfe (CDU), sollten auch vor der Bloßstellung in der Öffentlichkeit geschützt werden, damit sie nicht auch noch ihr Leben lang als Gebrandmarkte überstehen müssen. Der Tag solle auf die persönliche, rechtliche und wirtschaftliche Situation jener Menschen hinweisen, die durch Gewalt geschädigt wurden und die Solidargemeinschaft stärken. Was da täglich zu sehen und zu lesen ist, ist nicht weit entfernt, sondern geschieht auch in unserem Landkreis, verwies Elke Hörügel auf die ganz alltägliche Situation. Im Altenburger Land liegt der Schwerpunkt der Arbeit der Mitglieder des Weißen Rings auf der Betreuung sexuell missbrauchter Kinder und Jugendlicher. Das und häusliche Gewalt stehen bei der Kriminalitätsopferbetreung im Landkreis an erster Stelle. Vor sieben Jahren, als Elke Hörügel den Vorsitz im Weißen Ring übernahm, gab es drei Mitarbeiter. Mittlerweile hat sie 16 ehrenamtliche Mitstreiter.
 Polizeimaskottchen in einer Ausstellung des Weißen Rings im Altenburger Land in Schmölln
Im vergangenen Jahr haben sie im Landkreis in über 4000 Stunden insgesamt 59 Kriminalitätsopfer betreut. Die Helfer sind sich einig, dass die Dunkelziffer um ein Vielfaches größer ist. Viele Opfer scheuen sich noch immer, Rat beim Weißen Ring zu suchen. Die Arbeit ist nur möglich durch viele, viele Spenden. Im vergangenen Jahr hat der Weiße Ring im Altenburger Land über 45 000 Euro in Beratung, in Anwälte und psychologische Betreuung der Opfer gesteckt. Ohne die großen Sponsoren VR-Bank und Sparkasse sowie die zahlreichen kleineren Spenden wäre diese Arbeit sonst gar nicht möglich, so Elke Hörügel, die damit zugleich aufmerksam machen wollte, dass es immer wieder weiterer Spenden bedarf. Die zehnjährige Hanna Meinhardt eröffnete gestern nachmittag mit einem Stück für Violine die Feierstunde. Die Gymnasiastinnen Laura Britze und Ann-Kathrin Schatzl sorgten mit ihren Gedichten, in denen sexuell missbrauchte Kinder später als Erwachsene ihe Gefühlswelt beschrieben, auch emotional für den richtigen Einstieg in ein Thema, das in der Nachbarschaft präsent sein kann.
Ulrike Grötsch / 23.03.10 / OTZ
Mehrgenerationenhaus in Meuselwitz führt Projekt „Nina und der Fremde“ in diesem Jahr fort
Meuselwitz. In den zurückliegenden Monaten fand im Mehrgenerationenhaus (MGH) des ZFC Meuselwitz das Projekt „Nina und der Fremde“ – ein Präventionsangebot zum sexuellen Missbrauch an Kindern – statt. Teilnehmer waren unter anderem die Vorschulkinder des Kindergartens „Sebastian Kneipp“ aus Mumsdorf sowie die Johanniter-Kindertagesstätte Sonnenkäfer in Meuselwitz.
Ziele des Kurses war es, Kinder bereits im Alter von fünf bis sechs Jahren für mögliche Gefahren zu sensibilisieren, eigene Gefühle zu erkennen und zu deuten, Unsicherheit zu überwinden, bewusst „Ja“ und „Nein“ zu sagen sowie zwischen guten und schlechten Geheimnissen zu unterscheiden.
Mithilfe kindgerechter Arbeitsmaterialien, welche durch die Initiatoren des Konzeptes dem MGH kostenfrei zur Verfügung gestellt worden sind, ging der Sozialpädagoge des Günter-Köhler-Instituts für Fügetechnik und Werkstoffprüfung (ifw) in Meuselwitz, Michael Rühlmann, speziell auf die Bedürfnisse der Kinder ein, fördert somit deren Eigeninitiative zum Selbstschutz und machte mit hoher Sensibilität auf Gefahrensituationen aufmerksam. Bei Aufmerksamkeits- und Konzentrationsspielen wie zum Beispiel dem „Schuhsalat“ wurden Beobachtungs- und Wiedergabefähigkeiten gezielt trainiert.
Michael Rühlmann schilderte die Grundprinzipien seiner pädagogischen Arbeit mit Kindern: „Anregen statt anordnen, motivieren statt reglementieren, bestärken statt kritisieren, unterstützen statt begrenzen.“ Die Eltern wurden vor, während und zum Abschluss des Kurses über die Inhalte und die Arbeit mit den Kindern informiert und angeregt, die Hinweise im täglichen Umgang mit ihren Kindern anzuwenden.
Dem MGH ist es gelungen, den Vertrag mit den Urhebern des Projektes, der Elterninitiative Altenburger Land, zu verlängern und damit dem Interesse anfragender Kitas gerecht zu werden. Im neuen Jahr wird der Kurs an weiteren Kitas der Meuselwitzer Region fortgeführt.
Kathrin Vollrath
Der sogenannten Schuhsalat dient Michael Rühlmann für Aufmerksamkeits- und Konzentrationsspiele mit dem Kindern.
Foto: Kathrin Vollrath
Quelle: Osterländer Volkszeitung, 07.01.2010
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