OVZ vom 28./29.04.2012, S. 18
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OVZ vom 28./29.04.2012, S. 18 Heute mit: Steffen Gründel (Verdienstvoller Ehrenamtlicher)Rund 1500 Stunden ehrenamtlicher Arbeit, einen stattlichen Geldbetrag aus eigener Tasche und vor allem ganz viel Herzblut hat Steffen Gründel in den zurückliegenden sechs Jahren in zwei Projekte investiert, die Kinder vor schrecklichen Erfahrungen bewahren sollen. „Nina und der Fremde“ und „Policat rät: Nicht nur Schokolade!“, so heißen jene beiden Projekte, die Steffen Gründel als „ein Hilfsangebot zur körperlosen Verteidigung“ entworfen hat. „Inhalt meiner Arbeit, bei der mich etliche Mitstreiter unterstützt haben, war die Herstellung von Präventionsmaterialien unterschiedlichster Art, die es Pädagogen ermöglicht, fachkundig und altersgerecht auf Gefahren von Missbrauch einzugehen. Und Möglichkeiten aufzuzeigen, brenzlige Situationen zu bewältigen.“ ![]() Als Frühaufsteher kümmert sich Steffen Gründel allein um die Vorbereitungen fürs Sonntagsfrühstück. Dafür steht ihm Ehefrau Walburga bei seinen zahlreichen Ehrenamts-Projekten stets überaus aktiv zur Seite. Foto: Ralf Miehle Was Steffen Gründel zunächst vor seinem geistigen Auge konzipierte, zu Papier brachte und nachfolgend drucken oder auf CD und DVD brennen ließ, hat inzwischen längst in den erzieherischen Alltag des Landkreises Einzug gehalten. Nachdem das Drehbuch zum Video „Nina und der Fremde“ nach zahlreichen Praxistests eine Endfassung erfahren hatte und zum Film geworden war, erntete der Initiator beim Jugendamt und Vizelandrätin Christine Gräfe so viel Anerkennung, dass das Landratsamt alle 56 Kindergärten des Kreises damit ausstatten ließ. Nebst einem sogenannten Kniebuch mit pädagogischen Handreichungen, die Steffen Gründel weiterführend erarbeitet hatte. Damit war das erste Projekt nach zwei Jahren intensiver Arbeit Anfang 2008 abgeschlossen. Doch Steffen Gründel gönnte sich keine lange Pause. In seiner Freizeit tüftelte er ab Mai 2009 am „Policat“-Vorhaben. Dessen Maskottchen, eine sympathische, gewitzte Katze in einer Polizeiuniform, von unserem Gesprächspartner erdacht und bei einer Thüringer Plüschtierfabrik in Auftrag gegeben, ist inzwischen zu einem Markenzeichen geworden. „Policat rät: Nicht nur Schokolade!“ ist ein Würfelspiel zum Verhaltenstraining für Kinder. Dazu gehören eine Magnettafel und eine an Pädagogen gerichtete (Spiel-)Anleitung, die die Heranwachsenden zu aktiven Mitwirkenden macht. Letztlich entstanden aus der Erfahrung heraus, dass derlei spielerisch erworbenes Wissen weitaus größere und nachhaltigere Wirkungen beim jungen Auditorium hinterlässt. Auch die Materialien zu „Policat“ existieren nunmehr in praxistauglicher Doppelausfertigung und sind für Kindergärten und Grundschulen als Leihmaterial beim Jugendamt erhältlich. Während also Erzieher und Lehrer beide Projekte und deren hilfreiche Materialien längst kennen und nutzen und gleichermaßen viele Mütter und Väter auf Elternversammlungen damit vertraut gemacht wurden, blieben die außergewöhnlichen Bemühungen des Steffen Gründel einer breiten Öffentlichkeit lange verborgen. Erst als der Polizeioberkommissar auf dem Neujahrsempfang der Stadt Altenburg für sein verdienstvolles ehrenamtliches Wirken geehrt wurde, nahmen Gäste und Leser der Berichterstattungen über das Ereignis Notiz von diesen Aktivitäten. Im Februar aber schlugen die Wellen ganz hoch: Steffen Gründel wurde „Thüringer des Monats“. Eine Auszeichnung, die die Thüringer Ehrenamtsstiftung, das Thüringen-Journal des MDR-Fernsehens und MDR 1 Radio Thüringen gemeinsam vergeben, sorgte für landesweite Schlagzeilen. „Den Tag der Übergabe der Auszeichnung im Landratsamt vergesse ich ganz bestimmt nicht“, erinnert sich unser Frühstücksgast, „mein Blutdruck war bestimmt auf 200.“ Überrascht von großer Aufmerksamkeit ![]() In sechsjähriger ehrenamtlicher Arbeit hat Steffen Gründel zwei wichtige pädagogische Projekte entwickelt, die Kinder vor Missbrauch bewahren sollen. Foto: Ralf Miehle Jetzt spätestens waren Steffen Gründels Projekte in aller Munde und viele staunten, was der 56-Jährige in seiner Freizeit zuwege gebracht hatte. Selbst die Kollegen in der hiesigen Polizeiinspektion. Ganz so, wie es offensichtlich seine Art ist, hatte der nun so hoch Geehrte nie einen großen Wirbel um seine Ehrenamtsarbeit gemacht. „Mein Dienststellenleiter Andreas Pöhler wusste natürlich davon und unterstützt mich auch sehr, ansonsten aber trenne ich selbstverständlich diese eigenen Ambitionen von meinen beruflichen Pflichten.“ Letztgenannte Alltagspflichten haben seit 2008 neben einem Verantwortungsbereich für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ebenso mit Prävention zu tun. Steffen Gründel ist regelmäßig unterwegs, um über die Aufgaben der Polizei aufzuklären oder Verkehrsteilnehmer zu schulen, um nur einiges herauszugreifen. Zuvor war der gebürtige Dresdner über viele Jahre im Streifendienst sowie als Wach- und Schichtleiter tätig. Nach zehn Jahren einer Funker-Karriere in Gleina hatte sich Steffen Gründel 1984 für einen Wechsel zur Polizei entschieden, avancierte nach einem Studium ab 1987 zum ABV und setzte sich nach der Wende noch einmal auf die Schulbank, um nach entsprechenden Exerzitien den Abschluss als Diplom-Verwaltungswirt (FH) zu erwerben. Neue Ehrenamts-Vorhaben hat er bereits fest im Blick, u.a. die Entwicklung einer Lernsoftware für Smartboards. Langeweile wird es also weiterhin nicht geben – und die zwölfsaitige Gitarre, auf der er gern öfter spielen würde, bleibt wohl doch noch ein Weilchen nur selten genutzt in der Ecke stehen … Ralf Miehle Tipp: Die von Stiefsohn Christian Syring betreute Internetseite unter www.policat.de mit weiteren Informationen. Quelle: Osterland Sonntag 1. April Seite 7: „Sonntagsfrühstück“
Lehrer informieren sich über Trafohaus und wollen Thema im Unterricht behandeln![]() Die Lehrer der Wilhelm-Busch-Schule lassen sich von Steffen Gründel das Projekt „Policat rät: Geh nicht mit Fremden mit“ erklären. Am 5. März gegen 14.30 Uhr trafen sich zwölf Lehrer der Altenburger Grundschule Wilhelm Busch am themenbezogen gestalteten Trafohaus “Policat rät: Nicht nur Schokolade!” und “Geh nicht mit Fremden mit”. Obwohl dieses Objekt am letzten Februarwochenende durch einen Vandalen mit illegalen Graffitischmierereien verschandelt wurde, traf man sich zu dieser schon lange geplanten Besichtigung. Der illegale Sprüher ließ zumindest an den drei beschädigten Wänden noch einiges an Bildermaterial übrig, welches für eine Bilderbesprechung Verwendung fand. Natürlich wurde auch über die Machenschaften der Verunstaltung gesprochen, und mit Sicherheit wird dieses Thema im Unterricht zur Sprache kommen. Aber man fand auch schnell zu den eigentlich wichtigen Themen zurück, wie “Geh nicht mit Fremden mit” und “Nimm von Fremden keine Geschenke an”. Zu weiteren Themen wie Gefahren im Internet, Mobbing, der “Schwarze Mann” oder “Was ist ein amtliches PKW-Kennzeichen?” konnten die Lehrer Anregungen in Form von Bilderbotschaften für künftige Unterrichtsstunden im Freien mitnehmen. Zum Schluss waren sich die Pädagogen einig, dass das Projekt für den schulbegleitenden Unterricht geeignet ist. Schulleiterin Bärbel Bruns dankte für diese neu geschaffene Möglichkeit und bestätigte, dass die Lehrer gemeinsam mit den Schülern künftig diesen Ort nutzen werden. Am 9. März bekam Graffitidesignerin Susann Seifert schließlich einen unerwarteten Anruf. Es meldete sich ein Sponsor, der das nötige Geld aufbringen möchte, um dieses Bildungswerk wieder in den ursprünglichen Zustand bringen zu lassen. Voller Spannung erwarten wir die weitere Entwicklung der Arbeit an und mit diesem Trafohaus. OVZ vom 17./18.03.12, Seite 20 Schaden mehrere Hundert Euro / Polizei bittet die Bevölkerung um Hinweise / Projekt wird trotzdem fortgeführt Altenburg. Mit schwarzer und silberner Sprühfarbe verschandelten Unbekannte am Wochenende die Graffiti-Wandbilder an einem Trafohäuschen in der Altenburger Liebermannstraße. Dabei handelte es sich um die Themenbilder „Policat rät: Geh nicht mit Fremden!“ und „Nimm nichts von Fremden!“ Das für die Graffiti zuständige Projektteam erfuhr Montagnachmittag von den Verunstaltungen und traf sich am Schadensort, heißt es in einer Pressemitteilung. Es war gerade jene Zeit, wo viele Eltern ihre Kinder aus dem in der Nähe ansässigen Kindergarten und aus dem Hort abholten. Und viele dieser Passanten waren über diesen hässlichen Zustand sehr empört. Das Transformatorenhaus wurde im November durch die Rositzer Graffiti-Künstler Ralf Hecht und Susann Seifert fertiggestellt. Altenburger Bürger zollten den Sponsoren und den Machern eine hohe Anerkennung für diese wichtige themenbezogene Darstellung „Geh nicht mit Fremden mit“. Die Schadensbeseitigung kostet mehrere Hundert Euro. Wer Hinweise geben kann, der wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Trotz der Entstellung findet Montagnachmittag vor Ort die Bilderbesprechung mit Pädagogen statt. Für den Präventionsunterricht wurde eine Handreichung für Pädagogen und Eltern hergestellt und zur kostenlosen Nutzung in das Internet http://www.policat.de eingestellt.
OVZ vom 02.03.2012; S. 12 Informationen für Kinder und Eltern im Internet
Bürgerreporter Steffen Gründel: Mal raus aus dem Klassenraum und in die Natur. Diese Möglichkeit gibt es seit November 2011 für Kinder in Altenburg. Graffiti-Künstler Ralf Hecht und Grafikgestalterin Susann Seifert gestalteten ein Trafohaus in der Liebermannstraße auf Grundlage des Präventionsmaterials “Policat rät: Nicht nur Schokolade!” und des Themas: “Geh nicht mit Fremden mit!” (myheimat-Beitrag vom 27. November 2011). Vor einigen Tagen wurde im Internet unter www.policat.de eine Handreichung für Pädagogen und Eltern eingestellt. Die 15-seitige Broschüre gibt Präventionstipps zu den Themen: Gefahr im Internet, Mobbing, Diebstahl und Sachbeschädigung. Zum Schluss wird ein kleiner Wissenstest und zusätzlich ein Rätsel für neugierige Kinder angeboten. Das gesamte Material wird kostenlos zur Verfügung gestellt und darf vervielfältigt werden. Angedacht ist es, künftig Schulkassen an diesem Trafohaus eine themenbezogene Bilderbesprechung anzubieten. Diese Broschüre können sich Interessierte hier ansehen.
Quelle: OVZ vom 18./19.02.2012, S. 18 |
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