Mit der Plüschkatze viel gelernt

Trebener Kinder können nun mit der Polizei telefonieren und Personen beschreiben

Treben (M.N.). Nun müssen sich die Kinder der Trebener Kindertagesstätte bald von der plüschigen Polizei-Katze verabschieden. Diese hat die 22 Mädchen und Jungen im Alter von drei bis sechs Jahren in den vergangenen vier Wochen bei dem Projekt zur Vorbeugung vor sexuellem Missbrauch im Kindergartenalltag begleitet.

Im Rahmen der Elterninitiative „Nina und der Fremde“ wurden die Knirpse ganz behutsam an die Gefahren, die fremde Menschen für sie darstellen, herangeführt. „Unsere Kinder haben ganz begeistert mitgemacht“, resümierte Erzieherin Yvonne Vogel gestern zum Abschluss des Projektes. Jeden Montag kam die Frage, ob es denn weitergeht mit Policat.

In einem Rollenspiel stellen Pia, Louis, und Jasmin (v.l.) aus dem Trebener Kindergarten das Geschehen bei einer Entführung nach. Das gehört zu einem Sicherheitsprojekt, mit dem sich die Kinder vier Wochen lang beschäftigten.

In einem Rollenspiel stellen Pia, Louis, und Jasmin (v.l.) aus dem Trebener Kindergarten das Geschehen bei einer Entführung nach. Das gehört zu einem Sicherheitsprojekt, mit dem sich die Kinder vier Wochen lang beschäftigten.

In den zurückliegenden Wochen haben die Knirpse zum Beispiel gelernt, mit der Polizei zu telefonieren oder zu unterscheiden, wer zu ihrer Familie gehört und wer Fremde für sie sind. „In der Turnhalle haben die Kinder Hilferufe geübt und das Gelernte wurde in Rollenspielen umgesetzt“, berichtet die Erzieherin. An Onkel Rudi aus der Geschichte Nina und der Fremde hätten die Kinder aber auch geübt, wie man eine Person beschreibt. Oberkommissar Steffen Gründel von der Polizeiinspektion Altenburger Land, der das Projekt mit initiierte, überzeugte sich gestern selbst, was die Kinder zum Verhalten gegenüber Fremden gelernt haben.

Mit großer Begeisterung stürmten die Mädchen und Jungen schließlich das Polizeiauto, mit dem Gründel gekommen war. Am liebsten wären sie alle gleichzeitig in das blau-silberne Fahrzeug gekrabbelt.

Quelle: Osterländer Volkszeitung, 28.03.2009

Schmusetiger wird zum Ordnungshüter

Treben. Die Kindertagesstätte in Treben startet ein Projekt zur Vorbeugung vor sexuellem Missbrauch von Kindern. Innerhalb von vier Wochen lernen die Steppkes, wie sie sich verhalten sollen, wenn sie von Fremden angesprochen werden. Grundlage für dieses Projekt bieten Arbeitsmaterialien, die durch eine Elterninitiative erstellt worden sind.

„Nina und der Fremde“ heißt die Elterninitiative aus dem Altenburger Land, die Initiator Steffen Gründel und engagierte Helfer vor einiger Zeit angeschoben haben. Seine Berufserfahrung als Polizist haben ihn für das Thema sensibilisiert, sein Engagement ist aber ausschließlich ehrenamtlich. Ziel ist es, die Kinder und deren Umfeld auf eventuelle Gefahren aufmerksam zu machen. „Nur wenn Eltern und Pädagogen hier zusammen arbeiten, sind wir auf einem guten Weg“, betont Gründel.

Innerhalb der Initiative entstanden verschiedene Arbeitsmaterialien, darunter eine DVD, eine Leitfaden für Pädagogen sowie ein Kniebuch. Es trägt den ungewöhnlichen Namen, weil es die Erzieherin auf den Knien präsentiert, damit die Kinder der Erzählung auch folgen können. Die Arbeitsmaterialien stellte das Landratsamt für alle Kindertagesstätten zur Verfügung.

Ab Montag werden 22 Kinder der Trebener Kita im Alter von drei bis sechs Jahren mittels Geschichten und bildlicher Aufklärung an das Thema herangeführt. Eine Polizei-Katze aus Plüsch, die Policat, ist dann außerdem ein ständiger Begleiter im Kindergartenalltag. Sie wird als Ordnungshüter auftreten und das Verhalten der Kinder bewerten.

„Am Anfang wollen wir die Kinder an das Thema heranführen. Es werden die Figuren der Geschichte vorgestellt und die Funktion der Policat erklärt“, beschreibt Erzieherin Yvonne Vogel den Projektverlauf. Anschließend schauen sich die Kinder den Film an, in dem Nina auf dem Weg nach Hause von einem Fremden angesprochen wird.

Auch Rollenspiele, Übungen zum Hilferufen und das Basteln von Collagen sollen helfen, das Thema zu verinnerlichen.

Zum Abschluss des Projektes am 27. März bekommen die Steppkes dann Gelegenheit, zusammen mit einem Polizeibeamten ihr gelerntes Wissen praktisch erproben.

Caroline Hebestreit

Quelle: Osterländer Volkszeitung, 01.03.2009

Richtiges Verhalten gegenüber Fremden

Eltern der Gruppe I vom Kastanienhof berichten über gelungene Aktion

Schmölln (OTZ). Die Eltern der Gruppe I des integrativen Kindergartens „Kastanienhof“ Schmölln berichten von einer Aktion, wie ihre Sprösslinge mit „Policat“ richtiges Verhalten gegenüber Fremden erlernen können. Die Aktion steht unter dem Thema „Nina und der Fremde“.

Zum Anliegen heißt es in dem Brief: In den Medien ist immer öfter von sexuellem Missbrauch an Kindern zu hören. Was kann man tun, um unsere Kinder davor zu schützen? Genau diese Frage stellte sich auch die Elterninitiative Altenburger Land. Sie gestaltete ein Projekt, welches sich wie gesagt „Nina und der Fremde“ nennt.

Die Kinder mit Policat. (Foto: Kindergarten)

Die Kinder mit Policat. (Foto: Kindergarten)

Diese Aktion wurde zur jüngsten Elternversammlung durch Herrn Gründel (ein Mitarbeiter dieser Elterninitiative) im Kindergarten vorgestellt. In einem Film wird realitätsnah, aber doch für Kinder verständlich eine Szene nachgespielt, die den Kindern lehren soll, ein gesundes Misstrauen gegenüber Fremden zu entwickeln, „Nein“ zu sagen und die Beobachtungsgabe zu erhöhen.

Dazu erschienen ist ein Kniebuch, in dem Policat als kindgroße Polizeikatze einen Polizisten verkörpert, der mit Rat und Tat zur Seite steht.

In der Gruppe I des Integrativen Kindergartens „Kastanienhof“ wird derzeit dieses Projekt mit den Kindern durchgeführt. Die Eltern finden dieses Projekt sehr gelungen und nahmen viele Anregungen mit nach Hause.

Quelle: Ostthüringer Zeitung, 15.10.2008

Policat hilft im Kindergarten Ponitz

Anfang Juni 08 hatten die Vorschulkinder im Kindergarten Ponitz Besuch von einer 1,50 m großen Katze in Polizeiuniform. Die Stoffpuppe mit dem Namen Policat wurde 10 Tage lang von der gleichnamigen Elterninitiative (mehr unter www.policat.de) zum richtigen Umgang mit Fremden zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe des dazugehörigen Buches der Elterninitiative führte die Kindergärtnerin der Vorschulkinder, Frau Küchler, das Thema weiter aus. Neugierig geworden, lauschten die Kinder „Nina’s Lied“, das die Geschichte eines Schulmädchens erzählt: Nina bummelt auf dem Nachhauseweg aus der Schule und wird von einem fremden Mann angesprochen. Er fordert das Kind auf, mit seinem Hund eine Spazierfahrt in seinem Auto zu machen. Die Melodie des Liedes ging ins Ohr und die Geschichte weckte die Aufmerksamkeit der Kinder, ohne Angst zu machen.
Am 17.06.08 kam dann Herr Gründel von der Altenburger Polizei in den Kindergarten und übte mit den Kindern die wichtigsten Verhaltensregeln für den Schulweg. Dazu brachte er Verkehrsschilder und Ausmalbilder mit und baute im Zimmer eine große Ampel auf. Er zeigte sich erstaunt, was die Kinder schon alles wissen. Aber auch der Umgang mit Fremden wurde gelernt. Beim lauten Hilferuf waren die Kinder in ihrem Element und „bestimmt im ganzen Land zu hören“. Zum Schluss begeisterten sich die Kinder an dem Ausprobieren der Polizeiausrüstung, wie Hut und Uniform, aber auch der Sirene im Polizeifahrzeug. Spätestens wenn Kinder eingeschult werden bewegen sie sich allein in der Öffentlichkeit. Deshalb ist es wichtig, schon Kinder im Vorschulalter auf mögliche Gefahren im Straßenverkehr hinzuweisen und sie vor Übergriffen von Fremden zu warnen. Es ist zu hoffen, dass mit Aktionen wie dieser der Schulweg ein Stück sicherer wird.

Katharina Freytag

Quelle: Der Gemeindebote, Gemeinde Ponitz, 24.06.2008

Policat im Kindergarten

Im Finkenweg erfahren Kinder derzeit, wie man sich Fremden gegenüber verhält

Von OTZ-Reporterin Ulrike Grötsch

Schmölln. Im Foyer des Kindergartens Finkenweg in Schmölln stand eine große Katze in Polizeikleidung – Policat stand auf derem Namensschild. Die schlaue Katze in Polizistenuniform gibt es auch kleiner, handlicher. Sie dient den Kindergärtnerinnen in Zusammenarbeit mit der Polizei dazu, Kinder im Vorschulalter auf mögliche Gefahren aufmerksam zu machen.

Die Kinder der Gruppe von Marlies Schmidt im Kindergarten Finkenweg beschäftigen sich derzeit mit Policat und schulen so ihre Beobachtungsgabe. Außerdem werden sie dazu angehalten, nicht mit Fremden mitzugehen. (Foto: OTZ/Grötsch)

Die Kinder der Gruppe von Marlies Schmidt im Kindergarten Finkenweg beschäftigen sich derzeit mit Policat und schulen so ihre Beobachtungsgabe. Außerdem werden sie dazu angehalten, nicht mit Fremden mitzugehen. (Foto: OTZ/Grötsch)

Mit entsprechendem Material wird den Erzieherinnen seitens der Polizei eine Handreichung gegeben, die aus Erkenntnissen einer Elterninitiative aus dem Altenburger Land, der freiwilligen Mitarbeit von Erzieherinnen und Lehrern sowie einem engagiertem Schulamt entstanden ist. „Nina und der Fremde“ ist die gesamte Aktion überschrieben. Kinder sollen lernen, nicht mit Fremden mitzugehen und ihre Beobachtungsgabe schulen. Damit soll sexuellem Missbrauch von Kindern vorgebeugt werden. Die Erzählung bietet Vorschulkindern und Grundschülern einen Sachverhalt, der im Leben vorkommen kann und auch schon in dieser oder ähnlicher Art geschehen ist. Realitätsnah, ehrlich und offen werden für Lernende Probleme zur Wahrnehmung der Umwelt zeichnerisch dargestellt. Die einzelnen Szenen fördern die allgemeine Beobachtungsgabe und sensibilisieren Kinder in ihrer Handlungsfreiheit. Die Geschichte ist schnell erzählt: Nina wird auf dem Heimweg von der Schule von einem fremden Mann angesprochen worden, er bietet ihr Schokolade an. Oma Erna beobachtet das Geschehen und schickt Nina nach Hause. Es ist nichts passiert. Nina erzählt Mutti diese Begegnung. Mutti ruft die Polizei und erzählt das Erlebnis ihrer Tochter. Anhand dieser Geschichte sollen die Kinder lernen, sich Details einzuprägen, damit die Anhaltspunkte die Polizei auch zum möglichen Täter führen. Wie sah der  Mann aus, welchen Dialekt sprach er. Policat ist jene Figur, die von den Kindern in diesem Spiel mit ernstem Hintergrund vieles wissen möchte. Sie befragt nicht nur die anrufende Mutti, auch Oma Erna und Nina selbst. Policat verkörpert einen Ratgeber und nicht als Besserwisser einen Polizisten. Sie steht den Kindern bei den Übungsphasen des Beobachters, der Wiedergebens in Bild und sprachlicher Form mit Rat zur Seite. Nicht zuletzt lernen die Kinder spielerisch gegenüber Fremden Nein zu sagen, auch wenn Schokolade oder Anderes zum Mitgehen locken sollten.

Quelle: Ostthüringer Zeitung, April 2008

Befürworter des Präventionsmaterials

  • Thüringer Kultusministerium
  • Landeselternsprecher für Grundschulen in Thüringen
  • Schulamt Gera-Schmölln
  • Landratsamt Altenburger Land
  • Leiter von Kindertagesstätten
  • Schulleiter von Grundschulen
  • Beratungslehrer
  • Elternbeiräte von Kindertagesstätten, Elternstammtische
  • Weißer Ring e.V. in Thüringen
  • Kinderbeauftragte der Stadt Chemnitz
  • Stadt Chemnitz, Abteilungsleiterin Kindereinrichtungen
  • Gothaer Versicherung in der Stadt Ronneburg